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Weitere Infos Bürgerbus Bad Laasphe
Gemeinnütziger Verein wurde gestern Abend gegründet. Die Initiatoren des BürgerBus-Projekts hatten auf mehr Zuspruch aus der Bevölkerung gehofft, doch der entscheidende Schritt wurde dennoch gemacht: Gestern Abend wurde in der Lahnstadt der Verein „BürgerBus Bad Laasphe“ gegründet. 20 Gründungsmitglieder stimmten der zuvor ausgearbeiteten Satzung einstimmig zu. Der Vereinszweck ist klar definiert: „Die Förderung der Mobilität der Bevölkerung und des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt Bad Laasphe“. „Auch wenn ein ähnliches Projekt in Bad Laasphe bereits gescheitert ist, sind wir von der Notwendigkeit überzeugt. Diese Initiative muss parteiübergreifend sein, und es ist wichtig, Mitglieder aus allen Bevölkerungsgruppen zu gewinnen“, betonte Initiator Arno Vomhof bei der Eröffnung. Um das Projekt von Anfang an richtig zu gestalten, begrüßte Vomhof Achim Walder, den „BürgerBus-Papst Nordrhein-Westfalens“, der seine umfangreiche Erfahrung mitbrachte. Walder, Vorsitzender des BürgerBus-Vereins Kreuztal, präsentierte beeindruckende Zahlen: In Kreuztal befördert der BürgerBus monatlich etwa 1.000 Fahrgäste. Der Bus verkehrt montags bis freitags im dreistündigen Takt und bedient hauptsächlich Menschen, die keinen Zugang zu regulären Linienhaltestellen haben. „In Kreuztal nutzen 60,4 % Erwachsene, 4,5 % Kinder und 35,1 % Schwerbehinderte das Angebot“, erklärte Walder. Die Finanzierung des BürgerBusses erfolgt größtenteils durch öffentliche Gelder, Werbeeinnahmen und Mitgliedsbeiträge. Für die Anschaffung des Busses in Kreuztal wurden 78.000 DM investiert, von denen 60.000 DM vom Land Nordrhein-Westfalen kamen. Zusätzlich erhält der Verein jährlich 10.000 DM für die Vereinsarbeit. Die Einnahmen aus Werbeflächen belaufen sich auf etwa 6.000 DM jährlich, in anderen Städten seien die Erträge jedoch deutlich höher, so Walder. Der Verein Kreuztal setzt auf einen Stamm von 16 ehrenamtlichen Fahrern – eine Zielgröße, die auch für Bad Laasphe angestrebt wird. Walder betonte dabei die Verbindlichkeit des Ehrenamts: „Ehrenamt ist nicht gleichbedeutend mit Freiwilligkeit. Wer sich als Fahrer zur Verfügung stellt, muss seine Pflichten zuverlässig erfüllen. Der BürgerBus ist Teil des regulären Linienverkehrs.“ Fahrer müssen mindestens 21 Jahre alt sein, eine dreijährige Fahrpraxis vorweisen, den Führerschein Klasse III besitzen und eine ärztliche Untersuchung bestehen. Aufgrund der großen Fläche Bad Laasphes wird es eine Herausforderung sein, alle Ortschaften zu bedienen. „Die genauen Streckenführungen werden sich nach den Gesprächen mit den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd ergeben“, erklärte Vomhof. Ziemlich sicher ist jedoch, dass der BürgerBus auch entlegenere Stadtteile wie Wallachei oder Wasserstraße anfahren wird. Der nächste Schritt besteht nun darin, einen Fahrplan auszuarbeiten – eine Aufgabe, die für den neu gewählten Vorstand nicht leicht sein wird. Zum Vorsitzenden und Geschäftsführer wählte die Versammlung Achim Walder, um seine langjährige Erfahrung für den wichtigen Start des Projekts zu nutzen. Arno Vomhof wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt, während Georg Gücker das Amt des Schatzmeisters übernahm und Thea Rothenpieler zur Schriftführerin gewählt wurde. Als Beisitzer unterstützen Bernd Lange, Maria Guette, Dr. Heinrich Loske und Martin Achatzi den Vorstand. Bis die Mitgliederzahl des BürgerBus-Vereins in Kreuztal – aktuell 150 – erreicht ist, wird eine intensive Öffentlichkeitsarbeit notwendig sein. (c)WO
Am 20. September 2025 konnte der Bürgerbus Bad Laasphe ein ganz besonderes Jubiläum feiern: Seit nunmehr 25 Jahren sorgt er dafür, dass die Menschen in den Wohngebieten und Ortsteilen der Stadt mobil bleiben. Ein Vierteljahrhundert voller Engagement, ehrenamtlicher Arbeit und gelebter Solidarität – ein Grund zum Innehalten und Feiern.

Die Jubiläumsveranstaltung brachte zahlreiche Gäste, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Vertreter befreundeter Bürgerbusvereine aus der Region zusammen. Der langjährige Vorsitzende des Vereins, Günter Rothenpieler, hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und erinnerte in seiner Ansprache an die bewegte Geschichte des Projekts. Sein Dank galt insbesondere den ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern, die mit ihrem täglichen Einsatz das Rückgrat des Bürgerbusses bilden, sowie den politischen und gesellschaftlichen Unterstützern, die das Modell von Beginn an begleitet haben. Rothenpieler begrüßte auch die Gäste aus den Bürgerbusvereinen der Region, die zur Feier nach Bad Laasphe gekommen waren.

Landrat Andreas Müller hob in seiner Ansprache hervor, dass Bad Laasphe nach Kreuztal als dritte Kommune in der Region Siegen-Wittgenstein und Olpe einen Bürgerbus ins Leben gerufen habe. Damit habe die Stadt eine wichtige Vorreiterrolle übernommen. Waltraut Schäfer, stellvertretende Landrätin, erinnerte daran, dass viele Bürgerbus-Gründungen in der Region auf die Initiative von Achim Walder zurückgehen. Walder war auch in den ersten Jahren Vorsitzender des Bürgerbusvereins Bad Laasphe und prägte maßgeblich die Aufbauphase. Auch Bürgermeister Dirk Terlinden würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Bürgerbusprojekts. Er betonte, wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz in den vergangenen 25 Jahren besonders für die Bürgerinnen und Bürger in den Wohngebieten sei, wo der Fußweg zu den Linienbushaltestellen oft zu weit ist. Zudem hob er den besonderen Service hervor, den die aktiven Fahrerinnen und Fahrer leisten – mit Hilfe, Zeit und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse ihrer Fahrgäste. Damit habe der Bürgerbus nicht nur eine praktische, sondern auch eine menschlich wertvolle Dimension gewonnen, die das Projekt so einzigartig mache. Die Vertreterin von Pro Bürgerbus NRW, Frau Gabi Scharpe, machte in ihrem Grußwort deutlich, dass ohne den Einsatz der Bürgerbusvereine viele Menschen im ländlichen Raum nicht mehr mobil wären und stattdessen auf die Hilfe von Familienangehörigen angewiesen wären. Gerade deshalb sei die Arbeit der Bürgerbusvereine unverzichtbar und verdiene höchste Anerkennung.

Der Gründungsvorsitzende Achim Walder übernahm anschließend die Vorstellung der angereisten Delegationen der befreundeten Bürgerbusvereine. Deren Sprecher berichteten über die eigene Vereinsgeschichte und erzählten manche Anekdote aus dem Alltag der Bürgerbusarbeit. Im Anschluss nutzte Achim Walder, der seit 27 Jahren auch Vorsitzender des Bürgerbus Kreuztal und in weiteren Vereinen aktiv ist, die Gelegenheit, auf die aktuellen Herausforderungen der Bürgerbusse in Nordrhein-Westfalen hinzuweisen. Zwar werden die Bürgerinnen und Bürger älter, gleichzeitig haben sie heute länger ein eigenes Auto zur Verfügung – dadurch sinken vielerorts die Fahrgastzahlen. Auch die Zahl der aktiven Bürgerbusfahrerinnen und -fahrer ist rückläufig. Walder machte deutlich, dass es gemeinsamer Anstrengungen und neuer Ideen bedarf, um die Erfolgsgeschichte der Bürgerbusse in NRW auch in Zukunft fortzuschreiben.

Dabei sei es besonders wichtig, die Fahrgäste möglichst wohnungsnah abzuholen. Viele seien mit Rollatoren unterwegs, oft mit Einkäufen beladen, müssten über schlechte Gehwege gehen oder bergauf zur Haltestelle laufen. Hier setzte sich Landrat Andreas Müller für eine schnelle Änderung des Nahverkehrsplans im Oktober ein. Damit könnten die Bürgerbusvereine künftig mehr Haltestellen einrichten und flexibler auf die Bedürfnisse der Fahrgäste reagieren. Verkehrsplaner Achim Walder erläuterte, dass dadurch auch die Fahrgastzahlen wieder steigen werden. Denn nichts sei für die aktiven Bürgerbusmitglieder deprimierender, als mit dem Bus am Marktplatz zu stehen und auf Fahrgäste zu warten. Der Rückblick auf die Anfangsjahre zeigt, wie visionär die Idee damals war: 1999 startete der Bürgerbus Bad Laasphe mit dem Ziel, die Wohngebiete und Ortsteile enger mit der Innenstadt, den Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Ämtern und sozialen Einrichtungen zu verbinden. Gerade ältere Menschen, Jugendliche und Bürgerinnen und Bürger ohne eigenes Auto sollten dadurch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Was als mutiger Schritt begann, entwickelte sich rasch zu einem unverzichtbaren Angebot für die Stadt und ihre Ortsteile. Über die Jahre fuhren die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer unzählige Stunden, legten viele tausend Kilometer zurück und beförderten mehrere zehntausend Fahrgäste. Dabei ging es nicht allein um den reinen Transport von A nach B. Der Bürgerbus wurde zu einem Ort der Begegnung, zu einem sozialen Bindeglied, das Menschen miteinander ins Gespräch bringt und Gemeinschaft stiftet. Gerade für ältere Fahrgäste ist das freundliche Wort des Fahrpersonals oft ebenso wichtig wie die Fahrt selbst. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Bürgerbusvereinen der Region zeigte sich beim Jubiläum: Zahlreiche Delegationen aus befreundeten Vereinen folgten der Einladung nach Bad Laasphe und unterstrichen damit die starke Vernetzung und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Bürgerbusbewegung.
Heute, 25 Jahre nach dem Start, ist der Bürgerbus aktueller denn je. Die demographische Entwicklung, der steigende Bedarf an umweltfreundlicher Mobilität und die Herausforderungen des ländlichen Raumes machen deutlich, wie wichtig flexible Angebote jenseits fester Linienfahrpläne sind. Der Bürgerbus Bad Laasphe steht mit seinem ehrenamtlichen Engagement beispielhaft für eine Mobilität, die nah an den Menschen ist und sich an deren Bedürfnissen orientiert. Zum Jubiläum verband der Verein Rückblick und Dank mit einem klaren Ausblick in die Zukunft: Der Bürgerbus soll auch weiterhin eine tragende Rolle spielen, wenn es darum geht, die Mobilität in den Wohngebieten zu sichern, Isolation zu vermeiden und den sozialen Zusammenhalt in Bad Laasphe und seinen Ortsteilen zu stärken.
Der Bürgerbus Bad Laasphe sagt allen Fahrerinnen und Fahrern, allen Unterstützern aus Politik und Verwaltung, allen Partnern in der Region und vor allem den treuen Fahrgästen ein herzliches Dankeschön. Ohne sie wäre diese 25-jährige Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen.
Herausgeber
Redaktion: Achim Walder - Ingrid Walder
Text: Achim Walder und Freunden
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