VWS macht Anfang Februar ein Angebot (1993)
Ausgleichszahlungen nur, wenn Semester-Ticket tatsächlich benutzt wird

Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Westfalen Post: 13-01-1993)

Siegerland. (WP) Wenn auch kein Ende, doch zumindest eine spürbare Verbesserung des Verkehrsaufkommens rund um den Haardter Berg verspricht das geplante Semester-Ticket (ST) für die rund 13 000 Studenten der Uni Siegen. Mit dem Studentenauswels als Fahrkarte können die Studenten das gesamte Netz der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd sowie deren Partnerunternehmen Albert Schmidt, Dahlbruch und der Westfalen Bus GmbH benutzen. Bei der. Einschreibung oder Rückmeldung ist dafür ein zusätzlicher Solidarbeitrag zu entrichten, der sich nach vorsichtigen Einschätzungen des Uni-Arbeitskreises Verkehr zwischen 40 und 60 Mark pro Semester bewegen dürfte.

Schließlich, so der Arbeitskreis weiter, werde der Ausbildungsverkehr (Schüler, Studenten, Azubis) mit Ausgleichszahlungen seitens des Landes besonders großzügig bedient. Die VWS wollen bis spätestens Anfang Februar ein Angebot zur Finanzierung des St vorlegen. " ein kompliziertes Unterfangen", wie VWs-Pressesprecher Horst Wunderlich einräumt; 'denn die VWS verfügen nur über ein sehr geringes Datenmaterial, das Aussagen über die Wohnorte der Studenten zulässt. Außerdem: Das Land leistet zwar Ausgleichszahlungen, doch nur für die Personen, die das ST auch tatsächlich in Anspruch nehmen. Horst Wunderlich: 'Anhand von Zählungen wird später der Studenten-Anteil am gesamten Fahrgast-Aufkommen ermittelt".

Bisher nutzen rund 15, Prozent der Studenten den Bus-Service der VWS. Nach Einführung des ST rechnet Wunderlich mit einem Fahrgastzuwachs auf 30 bis 50 Prozent. Entsprechend verbessert würde dann auch das Fahrtenangebot.

In Verhandlungen getreten ist der Arbeitskreis inzwischen auch mit der Bundesbahn. Sollte die Bahn sich am ST beteiligen, würde das Angebot vor allem für Studierende aus dem Raum Wittgenstein, Kreuztal/Hilchenbach, Lennestadt/Altenhundem und Betzdorf sehr attraktiv. Wer aus den Umlandgemeinden des Siegener Stadtgebietes kommt, kann nach Ansicht des Arbeitskreises die Park-und-Ride-Plätze benutzen und von dort aus auf den Bus umsteigen. Zwar sind im Stadtgebiet vier solcher Parkplätze fertiggestellt, doch für die Pendler aus Netphen wird immer noch an einem geeigneten Standort gesucht.

Wenn die VWS demnächst konkrete Zahlen auf den Tisch legt, soll das Angebot nach Prüfung und möglichen weiteren Verhandlungen den Studenten zur Abstimmung vorgeIegt werden, steckt der Arbeitskreise die weitere Vorgehensweise ab.

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