Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Westfälische
Rundschau: 20-12-1991)
Siegen-Weidenau. Seit Beginn des Wintersemesters hat der Arbeitskreis
Verkehr an der Universität- Gesamthochschule Siegen seine lang
vorbereitete Aktion ,Grüner Klecks' umgesetzt. Zeit, eine erste
Bilanz zu ziehen. Die WR führte im AStA-Büro der Uni-GH
ein Gespräch mit Magnus Muth, AStA-Referent und Mitglied im
Arbeitskreis Verkehr, sowie Achim Walder, Sprecher und Initiator
des Arbeitskreises.
Das Grundkonzept des Arbeitskreises sei, so Magnus Muth, Alternativen zu finden, um die Uni verkehrs-technisch besser einzubinden, ohne mehr Parkplätze zu schaffen." Dabei hat man sich über verschiedene sinnvolle Konzepte Gedanken gemacht. Viele scheiterten an den Kosten, da dem Arbeitskreis Verkehr keinerlei finanzielle Mittel von Seiten der Stadt oder der Hochschule zur Verfügung gestellt werden. So sollte ursprünglich die Aktion ,Grüner Klecks' in ein Wertmarken- system eingebunden werden - für mitfahrende Studenten hätte es eine Wertmarke gegeben, mit der dann die zukünftige Parkgebührenerhebung hätte ausgeglichen werden können. Zusätzlich sollte die Aktion noch von einer Versicherung flankiert werden.
Umsetzbar ist zur Zeit nur die Aktion ,Grüner Klecks'. Der Arbeitskreis Verkehr hat das Tramper- Zeichen nach Aussagen von Magnus Muth noch nicht selbst getestet, sieht aber trotzdem große Anlaufschwierigkeiten und Mängel, die es dringend zu verbessern gilt. "Das größte Problem ist die Unzuverlässigkeit des Systems", so Achim Walder. Der ,Grüne Klecks' werde sowohl von Autofahrern als auch Trampern noch nicht genügend frequentiert. Dies bedeute für den Tramper, daß er nie sicher wisse, ob er rechtzeitig zur Uni kommt. Wird er mal nicht mitgenommen, so entstünden durch den dann notwendigen Kauf von Einzelfahrscheinen für den Bus höhere Kosten - oder die Studierenden entschieden sich schnell, doch lieber wieder das Auto zu benutzen.
Als eine weitere wesentliche Schwierigkeit stellte sich mit der Zeit die starke Benutzung der HTS dar, die gerade von Studierenden mit längerer Anfahrt genutzt wird. All jene, die die HTS befahren, passieren aber keinerlei ,,Tramperstandpunkte. Magnus Muth hält es darüberhinaus für wichtig, noch mehr gezielte Werbung für den ,Grünen Klecks' zu machen sowie die unpraktischen Handzettel zumindest stabiler und wetterfester zu gestalten. In Planung ist momentan Kinowerbung und eine Plakataktion.
Solange jedoch Rektorat und Stadt Siegen bereit seien, für
zwei weitere Uni-Parkhäuser mit rund 1000 Stellplätzen
rund 20 Millionen DM einzuplanen, aber derartige Aktionen finanziell
nicht unterstützen würden, werde der Arbeitskreis Verkehr
auch weiterhin nur sehr eingeschränkt arbeiten und auf die
nächsten Sponsoren hoffen können.
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