Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Siegener
Zeitung: 16-05-1994)
Siegen. Das Semesterticket wird den Studierenden der Universität
Siegen auch weiterhin die kostengünstige Benutzung von Bus
und Bahn ermöglichen. Allerdings werden sie dafür ab 1.
Oktober 84 DM pro Semester berappen müssen, statt der bisherigen
80 DM. Darauf verständigten sich die Semesterticket-Kommission
des Studentenparlaments, die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd
(VWS) und die Deutsche Bahn AG. Von den 84 DM entfallen 60 DM auf
die VWS bzw. ihre Partner Westfalen Bus und die Firma Albert Schmidt;
24 DM gehen an die Bahn. Der jetzt ausgehandelte Vertrag gilt zunächst
für ein Jahr. Das Studentenparlament muss dem neuen Tarif noch
zustimmen.
Heinz Wunderlich, bei den VWS zuständig für Marketing und Vertrieb, betonte in einer Pressekonferenz, der jetzt ausgehandelte Preis entspreche nicht einer betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Eine nüchterne Kostenberechnung hätte die Netzfahrkarte für Studierende der Uni Siegen auf über 100 DM verteuert. Dann jedoch hätte die gesamte Studentenschaft über das Semesterticket neu abstimmen müssen.
Eine solche Urabstimmung wäre bereits bei einer Preiserhöhung von über fünf Prozent erforderlich gewesen. Und die Zustimmung - davon ließen sich die Betreibergesellschaften überzeugen - wäre äußerst zweifelhaft gewesen. Dieses Risiko wollten die VWS nicht eingehen. Denn daß sich das zum Wintersemester 1993/94 eingeführte Ticket bewährt hat, wurde von niemandem bestritten.
Ticket angenommen
Den Beleg dafür lieferte eine im April von der Semesterticket-Kommission
durchgeführte Umfrage unter 1000 Studierenden. Danach fuhr
nach Einführung des Semestertickets nur noch knapp die Hälfte
der Studenten mit dem Auto zur Uni; 1991 waren es noch 78 Prozent.
Besonders rege beansprucht wurden die Nahverkehrszüge der
Bahn, erläuterte Kommissionsmitglied Thomas Reincke die Ergebnisse
der Befragung.
Alarmierend sei allerdings, dass noch immer fast 40 Prozent der
Parkplätze rund um die Uni von Studierenden aus dem Stadtgebiet
Siegen benutzt würden. Hier müsse durch mehr zeitsparende
Direktfahrten, den Ausbau von Busfahrstreifen und eine Verbesserung
des abendlichen Verkehrs von und zur Hochschule die Attraktivität
des öffentlichen Personennahverkehrs weiter gesteigert werden.
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