Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Westfälische
Rundschau: 17-02-1993)
Heute, 19 Uhr, trifft sich in der Bismarckballe die zukünftige
Interessenvertretung der ÖPNV-Benutzer.
Einige Gewerkschaften und Umweltorganisationen unterstützen die Idee eines ,,überparteilichen Zusammenschlusses von Gleichgesinnten', die aus den Reihen des ,,Arbeitskreises-Verkehr der Uni-GH Siegen' hervorgegangen ist. Initiator ist Achim Walder. Die WR sprach mit ihm und Thomas Reincke - beide im AK aktiv - über aktuelle verkehrspoltische Probleme. Eines der ÖPNV-Themen, das bereits kurz vor der Realisierung steht, ist das ,,Semesterticket' für Studierende.
Mit ihm könnten dann Studentinnen und Studenten preiswert
Bus und Bahn benutzen.
,,Das Semesterticket für Studierende scheint in greifbare
Nähe gerückt zu sein', erklärten Achim Walder und
Thomas Reincke. Eine EG-Verordnung könne dabei eine einmalige
Chance bieten. Die ,,Regionalisierung der Verkehrsnetze' bedeute,
dass die Bundesbahn keinen Nahverkehr mehr betreibt und die Verantwortung
auf den Kreis SiegenWittgenstein übergeht. Walder: ,,Dieser
kann dann bedarfsgerecht die Fahrpläne erstellen'. Er sieht
darin die Möglichkeit, den Öffentlichen Personennahverkehr.
(ÖPNV) von Bus und Bahn insgesamt zu verbessern und benutzer-freundlich
zu gestalten. ,,Genau das sind die Voraussetzung für eine
sinnvolle Nutzung des ÖPNV und des Semestertickets" So könnten
Ab- und Anfahrzeiten von Bus und Bahn aufeinander abgestimmt werden
und das eine Verkehrsmittel ,,Zubringerdienste" für das jeweils
andere leisten. Mit diesem Thema will sich unter anderem auch
die neue Initiative beschäftigen.
Reincke: ,,Da der Geltungsbereich des Semesterticket das gesamte Gebiet der VGWS abdecken soll und parallel dazu Vertragsabschlüsse mit der Deutschen Bundesbahn geplant sind, könnte die Neuerung auch die Fahrbedürfnisse der Studierenden in einem Gesamtkonzept berücksichtigen'. Zunächst haben die beiden aber noch gegen eine Reihe von Vorurteilen anzukämpfen. Reincke: ,,Die Vor'behalte gegen die Einführung des Semestertickets beruhen wohl in erster Linie auf unzureichende Informationen'.
Was ist überhaupt ein Semesterticket? Thomas Reincke: ,,Alle in Siegen eingeschriebenen Studierenden zahlen den Solidarbeitrag für ihr Semesterticket, obwohl nur ein Teil den ÖPNV regelmäßig nutzen wird'. Die Erfahrungen aus anderen Städten hatten. gezeigt, dass dadurch 50 bis 100 Prozent mehr studentische Fahrgäste in den Bussen sitzen. Von den momentan rund 13000 Siegener Hochschülern nutzen zur Zeit nur rund 1800 das Angebot von Bus und Bahn.. ,,Dann, könnten es immerhin rund 3000 sein'. Um diesen Zuwachs zu bewältigen, seien allerdings nicht in gleichem Maße Mehrleistungen und Mehrkosten erforderlich.
Reincke: ,,Den größten Einfluss auf den Preis haben die Ausgleichszahlungen des Landes für den Ausbildungsverkehr'.. Diese Zahlungen würden für das Semesterticket ebenfalls geleistet. Sie sind abhängig von der Benutzerrate und der zurückgelegten Entfernungen.
Am 2. März wird der AStA der Uni mit der VWS in konkrete
Verhandlungen einsteigen. Reincke: ,,Der Vorstand der VWS hat
Zustimmung signalisiert, streiten wird man sich wohl noch Ober
die Höhe des Beitrags von Seiten der Studierenden." Der Ak
habe einen recht niedrigen Beitrag errechnet, der pro Semester
auf die Studierenden zukomme. Mehr wollte Reincke aber noch nicht
verraten.
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