Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Westfälische
Rundschau: 03-11-1993)
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Siegen. Drei Jahre alt wird der Uni-Arbeitskreis Verkehr in diesen
Tagen. Die Liste der Initiativen, die er in Bewegung gebracht hat,
ist eindrucksvoll. Noch umfangreicher aber ist die Liste der Forderungen.
Achim Walder, Vorsitzender des AK, zeigte gestern nachmittag in seinem Dia-Vortrag zum dreijährigen Bestehen ein Bild, das ihm typisch für die Gewichtung der unterschiedlichen Arten von Verkehrsteilnehmern erscheint: Ein Fußweg, der als Verbindung zwischen den verschiedenen Uni-Gebäuden am Haardter Berg dient, ist mit einem Warnschild versehen: ,,Benutzung auf eigene Gefahr - Kein Winterdienst". Unterschrift: ,,Die Hochschulverwaltung". Walder: ,,Das ist natürlich der sicherste Weg, um den Autoverkehr - auch noch zwischen den Uni-Gebäuden - zu verstärken."
Fußwegekonzept Umsetzen
Der Arbeitskreis fordert, dass ein von Professor Sauter erarbeitetes
Fußwegekonzept endlich umgesetzt wird, um die Verbindungen
für Fußgänger attraktiver und effektiver zu machen.
Zu den großen Erfolgen des Arbeitskreises gehört das
am 1. Oktober eingeführte Semester-Ticket. 80 Buspaare ,,bedienen"
inzwischen die Uni-GH täglich - an die 3000 Studierende,
so schätzen Fachleute, nutzen das neue Ticket regelmäßig.
Walder über den schwierigen Weg zum neuen Ticket: ,,Die Erfahrungen
sind immer die gleichen: Zuerst fühlt sich grundsätzlich
niemand zuständig; die Hochschulverwaltung verweist bei jedem
Thema auf Stadt, Kreis oder Land, die verweisen aufeinander oder
auf die VWS." Ohne "immens langen Atem" und eine ,,ausdauernde
Gangart der- ganz kleinen Schritte" sei nichts zu verändern.
Walder: ,,Das galt und gilt bei allen Themen, für die Buslinie
61e von der Uni nach Netphen ebenso wie für die Verlängerung
der Linie 41 bis nach Kaan-Marienborn und ihre Führung über
die Glück-auf-Straße mit den notwenigen Umbaumaßnahmen."
Das gelte aber auch für Maßnahmen, die eigentlich selbstverständlich
sein sollten, aber dennoch nicht passierten:
,,Etwa das Buswartehäuschen an der Uni-Haltestelle AVZ-Gebäude
(Hölderlinstraße) oder die - durch den Semesterticket-Andrang
erforderlichen - Erweiterungen der Wartehäuschen am AR-Gebäude
und am Weidenauer Bahnhof."
Neben vielen Einzelmaßnahmen fordert der Arbeitskreis einen Runden Tisch - Walder: ,,Wir Freizeitaktiven können diese Verkehrssituation nicht lösen. Nötig ist ein Gremium, in dem je ein Vertreter von Stadt, Kreis, Land, VWS und Arbeitskreis Verkehr mitarbeiten, um ein umfassendes Verkehrskonzept für diesen Bereich zu erarbeiten."
Autoloses Wohnen
Anders seien entscheidende Grundsatzüberlegungen nicht zu
verwirklichen: ,,Beispielsweise eine Entscheidung gegen den neuen
Parkhausbau. Wir fordern stattdessen ein Studentenwohnheim für
Leute, die bewusst auf ein Auto verzichten, nach dem Bremer Modell
,Autoloses Wohnen'."
Der Siegener Uni-Arbeitskreis Verkehr ist der bundes-weit erste
und einzige, in dem Studierende, Hochschulangestellte, Dozenten
und Anwohner zusammenarbeiten. Walder: ,,Nur im breiten Verbund
lässt sich etwas bewegen."
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