Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Siegener
Zeitung: 02-10-1991)
Siegen. Der "grüne Klecks" soll Transportprobleme lösen.
Und zwar die der Personenbeförderung zur Uni-GH auf dem Haardter
Berg und wieder hinunter. Dabei geht es nicht nur darum, vom Bildungshügel
an den Fuß desselben zu gelangen, sondern auch darum, einen
Pkw-Fahrer zu finden, der möglichst in die gleiche Richtung
heimwärts fährt, der man selber zustrebt.
Der Arbeitskreis ,,Verkehr an der Uni-GH" unter der Leitung von Achim Walder hat sich die praktische Lösung ausgedacht. Ab sofort signalisieren Autofahrer ihre Bereitschaft, einen Kommilitonen mitzunehmen, durch den ,,grünen Klecks" an der Windschutzscheibe. Wer umgekehrt eine Mitfahrmöglichkeit sucht, sollte den Schein mit dem ,,grünen Klecks" gut sichtbar bei sich tragen. Das ,,ausgefranste" grüne Zeichen zeigt nämlich vor allem an: Dass jemand zur Uni unterwegs ist oder von dort wieder weg möchte.
Innerhalb des Campus gibt es weiter die Möglichkeit, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die organisatorischen Voraussetzungen wurden inzwischen geschaffen. "Allein fahren ist out, mitfahren ist in", lautet die Devise, die vor allem durch den katastrophalen Parkplatzmangel sinnvoll ist. Auch die VWS (Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd) haben nun reagiert. Ab Montag gibt es drei Haltestellen auf dem Haardter Berg zusätzlich: Andreas-Schlüter-Straße und Grube Neue Haardt für die Allgemeinheit und Studenten sowie die Haltestelle AVZ für die Studierenden im besonderen. Im übrigen sind inzwischen zu bestimmten Zeiten auch einige Busse mehr eingesetzt worden.
Leider kostet alles Geld. Einen kleineren Betrag für den
Druck der "grünen Kleckse" hat die Sparkasse gespendet. Im
Gespräch ist Achim Walder mit einem großen Siegener
Autohaus, das eventuell bereit ist, das Mitfahrerzeichen auf Parkscheiben
anbringen zu lassen. Die wären dann in Folie eingeschweißt,
was ihre Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse
gegenüber den jetzigen erhöhen würde. Auch das
Angebot einer Versicherung, gegen monatlich 500 DM alle ,,Klecks-Bewegten"
zu versichern, konnte die Uni mangels fehlender Mittel nicht annehmen.
Trotzdem brauchen die Pkw-Fahrer und Mitfahrer wohl keine Angst
zu haben. Wenn nicht grobe Fahrlässigkeit im Spiel ist, dürfte
die normale Kfz-Haftpflichtversicherung bei eventuellen Unfällen
ausreichen.
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