UNI-Siegen - Arbeitskreis Verkehr

Arbeitskreis Verkehr:
Politik muß Verkehrsbetriebe aus
zu engem Finanzkorsett befreien

Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Siegener Zeitung: 13-03-1992)

Fahrplanentwurf für bessere Anbindung der Hochschule vorgestellt

Einen Fahrplanentwurf für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von Weidenau zur Universität - Gesamthochschule Siegen hat der an der Hochschule gebildete ,,Arbeitskreis Verkehr" jetzt vorgestellt. Der Entwurf beruht auf den Empfehlungen, die eine gesonderte Fahrplanarbeitsgruppe erarbeitet hat. Die Vorschläge sollen als Diskussionsgrundlage für entsprechende Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben dienen.
Wie der Arbeitskreis mitteilte, sei es Ziel der Planungen gewesen, für die Vorlesungszeit tagsüber einen 15-Minuten-Takt zu verwirklichen. Weitere Bedingung war eine zehnminütige Fahrzeit zwischen Universität und Weidenauer Bahnhof. Hier habe sich im vorangegangenen Fahrplan gezeigt, daß durch die vielen Barzahler im Bus - bis zu 50 Prozent lösten ihren Fahrschein beim Fahrer ein - der Fahrplan nicht eingehalten werden konnte. An der Haltestelle Robert-Schumann-Straße sieht der erarbeitete Entwurf daher eine Standzeit von zwei Minuten vor, um eventuelle Verspätungen aufzufangen.
Die Vorschläge zielen überdies darauf ab, eine geänderte Linienführung über die Glückaufstraße zum Haardter Berg einzurichten. Dies sei schneller und binde zudem die Wohnbevölkerung am westlichen Berghang besser an den öffentlichen Personennahverkehr (OPNV) an. Verbesserungen ergäben sich auch Am Eichenhang durch einen 15-Minuten-Takt. Für die bis jetzt mit Einsatzwagen eingerichtete Linie 61 erhoffe sich der Arbeitskreis eine bessere Anpassung an die Vorlesungszeiten um 8 und 10 Uhr. Außerdem könnten so auch mehr Studenten den Bus nach Netphen benutzen.
Was die Entwicklung des ÖPNV im heimischen Raum insgesamt anlangt, kommt der Arbeitskreis in seiner Analyse des Ist-Zustands zu dem Ergebnis, daß der Taktverkehr auf den ganzen Tag auszudehnen sei und auch am Abend bessere Angebote gemacht werden müßten. So bemängelt der Arbeitskreis unter anderem, daß die Wohngebiete an den Berghängen schlecht erschlossen seien. Verbindungen über die Bergrücken finde man selten. So gebe es beispielsweise keine Busverbindung von Unglinghausen nach Kredenbach zum Krankenhaus oder von Herzhausen nach Hilchenbach. Aber auch in Siegen gebe es nur eine unbefriedigende Verbindung von Kaan-Marienborn zum zukünftigen InterRegio-Bahnhof in Weidenau und zur Universität.
Zudem seien in der Krönchenstadt lange Fahrzeiten, beispielsweise aus Eisern oder Gosenbach, ein weiteres Ärgernis. Derartige Zeitverluste könnten durch ausgebaute Busspuren wieder ausgeglichen werden. Kritisiert werden vom Arbeitskreis auch die Fahrpreise. ,,Citykarten für 60 bzw. 80DM", so hält der Vorsitzende Achim Walder in einer Bilanz fest, ,,bilden keinen Anreiz." In vergleichbaren Städten seien die angebotenen Leistungen erheblich günstiger. Nur wenn diese und weitere Probleme gelöst würden, so der Arbeitskreis, könne man auch eine bessere Auslastung der Busse erwarten. Hier seien die Politiker aufgefordert, die Verkehrsbetriebe mit entsprechenden Finanzmitteln auszustatten.

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