UNI-Siegen - Arbeitskreis Verkehr

Studentenausweis soll auch Fahrschein sein
Parkgebühren sollen
,,Siegener Modell" finanzieren

Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Siegener Zeitung 30-10-1991)

Das Fernziel, um dem Verkehrsinfarkt auf dem Haardter Berg entgegenzuwirken, bleibt für den Arbeitskreis Verkehr an der Siegener Universität der Nulltarif für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Bis es eines Tages möglicherweise tatsächlich so weit kommt, will man sich an dem ,,Darmstädter Modell" orientieren. Wie der Arbeitskreis mitteilte, wird dort vom Wintersemester an ein Studententicket für das gesamte OPNV-Netz eingeführt und durch eine Erhöhung des Semester- beitrags um 14 DM finanziert. Aufs Jahr gerechnet, hätten Studierende somit für 28 DM in Darmstadt freie Fahrt.

Den Überlegungen des hiesigen Arbeitskreises zufolge, über die man auch mit dem NRW-Verkehrs- minister Franz-Josef Kniola sprechen will, hat man beim ,,Siegener Modell" eine andere Finanzierung des Studententickets im Sinn. Das im Arbeitskreis diskutierte Konzept fuße in erster Linie auf einer zweckorientierten Bewirtschaftung der Parkplätze im Hochschulbereich. So könnten nach den bisherigen Berechnungen bei einer monatlichen Parkgebühr von 40 DM etwa 10 000 DM erwirtschaftet werden. Dieses Geld könne nach dem Darmstädter Vorbild dazu verwendet werden, daß der Studenetenausweis bei den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd zugleich als Fahrschein anerkannt werde. Sollten die über die Parkgebühren eingenommenen Gelder nicht ausreichen, dann schlägt der Arbeitskreis vor, über eine weitergehende Finanzierung nach dem Darmstädter Modell nachzudenken.
Bei den geforderten Parkgebühren, so geht aus der Mitteilung weiter hervor, will man nicht mit der Brechstange vorgehen, sondern auf ein differenziertes System hinaus. So könnten beispielsweise Universitätsangehörige mit einem Behindertenausweis von den Parkgebühren freigestellt werden, und für diejenigen, deren Wohnorte von den Verkehrsbetrieben schlecht an die Universität angebunden sind, schlägt der Arbeitskreis die Einrichtung von Park & Ride-Plätzen vor. Im übrigen sollten aber nicht nur Studierende Parkgebühren zahlen, sondern auch alle anderen Hochschulangehörigen zur Kasse gebeten werden.

Wie der Arbeitskreis weiter festhält, seien die momentanen Preise nicht der einzige Grund für eine fehlende Attraktivität des ÖPNV. Daher betone der Arbeitskreis in den Verhandiungen mit den Verkehrsbetrieben, der Stadt Siegen und dem Kreis, daß einzig und allein ein benutzerfreundlicher ÖPNV in Begleitung des skizzierten Konzepts die jüngst bei einer Umfrage ermittelte Umsteige- bereitschaft vom Pkw auf den Bus fördern könne., Hierzu werde konkret über eine möglichst kostenneutrale Verbesserung des Linienverkehrs zum Haardter Berg verhandelt, die zum Beispiel durch die Verlegung von Einsatzwagen des Schülerverkehrs erreicht werden könne.

Zudem müsse es auch ermöglicht werden, Fahrräder an Busknotenpunkten sicher und überdacht abzustellen. Keinesfalls, so betont der Arbeitskreis, dürfe man zu einer Parkraumbewirtschaftung schreiten, ohne parallel das Semesterticket einzuführen. Beide Faktoren müßten als Teil einer verkehrstechnischen Umgestaltung vom Individualverkehr hin zum ÖPNV im gesamten Stadtgebiet und im Umland angegangen werden.

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