UNI-Siegen - Arbeitskreis Verkehr

Verkehrschaos an Uni ohne neuen Parkraum lösen
Studenten wollen Park-and-Ride
und bessere Buslinien

Pressespiegel: AK-Verkehr (vgl. Westfalen Post: 10-04-1991)

Siegen. (WP) Die Parkplatzprobleme an der Siegener Universität werden immer größer. Mit dem neuen Semester geht wieder der Kampf um die begehrten Stellplätze los. Im Februar startete der Arbeitskreis Verkehr der Uni eine große Befragung zu der Problematik, gestern nachmittag ,teilte er die Ergebnisse vor.

Etwa 12000 Studenten studieren in Siegen, hinzu kommen 1 450 Beschäftigte. Knapp 4000 davon füllten die Fragebögen des Arbeitskreises aus. Nach den Ergebnissen der Umfrage kommen 70 Prozent der Studenten mit dem Auto zur UNI, 16 Prozent benutzen den öffentlichen Nahverkehr, je drei Prozent kommen mit dem, Fahrrad und zu Fuß. 60 Prozent der Autofahrer fahren allein, die übrigen 40 Prozent bilden Fahrgemeinschaften. Dreiviertel der Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel fahren mit dem Bus, acht Prozent mit der Bahn sowie 16 Prozent mit Bus- und Bahn. Die Fahrzeit beträgt durchschnittlich 60 Minuten. Bemängelt wurden von den Befragten die schlechten Anschlüsse an die Linien 33, besonders die ungenügenden Verbindung an den Bahnhöfen Siegen und Weidenau beanstandeten die Studenten.

Als erste Reaktion auf die, Untersuchung des Arbeitskreises wollen die Verkehrsbetriebe Westfalen Süd mit dem Sommerfahrplan die Abfahrtszeiten nach den Wünschen der Uni ändern. So sollen die Zeiten der Linien 33 und 41 fünf Minuten vorverlegt werden, damit bessere Anschlüsse garantiert sind. Nicht verwirklichen lässt sich wahrscheinlich die vom Arbeitskreis Verkehr geforderte Direktverbindung von der Universität nach Netphen.

76 Prozent der Autofahrer würden laut Umfrage auf Bus oder Bahn umsteigen, wenn die Verbindungen verbessert und die Fahrpreise gesenkt würden.

Auf Kritik stößt, dass es keine Fahrradständer auf dem Campus gibt, die Bediensteten der Uni nehmen die Räder sogar mit in ihr Büro. Außerdem gebe es keine Radwege. Die Fu8gänger klagten an, dass die Bürgersteige nicht durchgehend beleuchtet sind und im Winter nicht geräumt werden. Der AstA fordert eine ökologische Lösung der Verkehrsprobleme, es sollten keine neuen Parkplätze gebaut werden. Dies sehen auch die meisten der Befragten so. Sie wollen ein Park-and-Ride-System und eine verbesserte Organisation von Fahrgemeinschaftaft.

Erdmann vom Dezernat 5 wies darauf hin, dass man das Problem nicht ohne neuen Parkraum lösen könne. Zwei Drittel der Studenten kommen zwar aus dem Großraum Siegen, das restliche Drittel reist von weiter her an, so dass eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln unattraktiv ist.

Karl-Heinz Ostholthoff von der CDU sagte, dass die Stadt mit Druck ein Konzept der öffentlichen Verkehrsbetriebe betreibe, die Uni sei jedoch nur eines von mehreren Problemen In der Gesamtverkehrsproblematik. Man. dürfe die Uni nicht als Mittelpunkt der Welt sehen, sonst würde man zu einem vorschnellen Urteil kommen.

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