UNI-Siegen - Arbeitskreis Verkehr

Verkehrserhebung an der UNI-Siegen

Nur mit gesichertem und aktuellem Zahlenmaterial zur katastrophalen Verkehrssituation an der UNI Siegen, das kristallisierte sich bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises bereits heraus, würden die Argumente die nötige Beweiskraft und die Forderungen besseres Durchsetzungsvermögen erlangen. Aus diesen Überlegungen entstand der Fragebogen. Er sollte weitere Daten nicht nur zum derzeitigen Stand dokumentieren, sondern auch über Vorschläge und Beschwerden der Betroffenen die Erarbeitung von Alternativen erleichtern.
In der Dezembersitzung wurde dann beschlossen, eine Gesamtbefragung der UNI-Angeh örigen durchzuführen. Beginn der Aktion war der 1. Februar 1991. In den drei Wochen bis zum 20. Februar 1991 gingen 3868 Fragebögen ausgefüllt beim Arbeitskreis ein. An der Aktion hatte sich auch das Siegerland-Kolleg mit 109 Fragebögen beteiligt.

Die Ergebnisse sind in der Dokumentation Verkehrserhebung 1991 des AK-Verkehr an der UNI-GH-Siegen zusammengefasst. (ca. 40 Seiten)

1. Fragebogen


2. Wohnorte, Fachbereiche, Gebäudeverteilung,


3. Ergebnisse der Befragung und Erläuterungen


Die Verwaltung der Hochschule stellte die Daten aus der Studentendatei zur Verfügung, aus denen die prozentualen Verteilungen auf Semesterwohnorte und Fachbereiche ermittelt wurden.


In der Grafik ist die Verteilung nach Wohnorten aus der Befragung dargestellt.

 

3.1 Wohnorte der UNI-Angehörigen


Die Angaben des Semesterwohnortes aus der Studentendatei weichen etwas von den Ergebnissen der erfragten Wohnorte ab. Hierfür kann es folgende Gründe geben: Einige Studenten haben ihren Wohnort in Siegen nicht angegeben, sondern den Wohnort der Eltern und nach einer Änderung des Wohnsitzes nach Siegen oder der Umgebung diesen nicht der UNI-Verwaltung (Studentensekretariat) mitgeteilt, oder aber sie sind nicht regelmäßig an der UNI erreichbar. Die Reihenfolge der Häufigkeiten der Wohnorte ist jedoch bei beiden Statistiken sehr ähnlich. Es kann vorausgesetzt werden, daß sich aus den einzelnen Wohnorten jeder 4. Student an der Befragung beteiligt hat.


3.2 Fachbereiche

Die Verteilung der Studenten auf die Fachbereiche aus den Daten der Studentenverwaltung und der befragten Studenten ergeben wieder eine sehr ähnliche Verteilung, so daß eine gleichmäßige Befragung aller Fachbereiche angenommen werden kann.

3.3 Status der Befragten


An der Befragung nahmen 3156 UNI-Studenten, 580 UNI-Beschäftigte, 22 UNI-Studenten/Beschäftigte, 90 Kolleg-Studenten und 19 Kolleg-Beschäftigte teil. Wenn wir ca. 12000 eingeschriebene UNI-Studenten den 3156 Studenten-Fragebögen gegenüberstellen, entspricht das einer Quote von ca. 25 %. Von ca. 1350 UNI-Beschäftigten haben sich 580 beteiligt, was einer Quote von ca. 40 % entspricht.

3.4 Gebäudeverteilung


Die Befragten, die die UNI mit dem Auto erreichen, verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Gebäudekomplexe: Mehr als 28 % fahren nur zur Adolf-Reichwein-Strasse., weitere 29 % im Wechsel zu den Parkplätzen in der Adolf-Reichwein-Straße. und den anderen Parkmöglichkeiten. Ca. 9 % fahren nur zur Paul-Bonatz-Straße, und 8.5 % nur zur Hölderlin-Straße.


3.5 Gesamtverkehrssituation


Von den Befragten benutzen mehr als 70 % das Auto, ca. 16 % benutzen den ÖPNV, ca. 3 % kommen mit dem Fahrrad und ca. 3 % sind Fußgänger.



Von den Autobenutzern fahren ca. 60 % allein und ca. 40 % bilden Fahrgemeinschaften auf dem Weg zur UNI.
Über 75 % von ihnen fahren 4 bis 5 mal in der Woche zur UNI. Die Rückfahrt mit dem Auto erfolgt für ca. 20 % um 14:00 Uhr, für ca. 33 % um 16:00 Uhr und für ca. 12 % um 18:00 Uhr. Auf die Frage: 'Würden Sie auf den ÖPNV umsteigen, wenn die Voraussetzungen besser wären?' antworteten 76 % mit Ja, wobei die Art der Voraussetzungen sehr unterschiedlich angegeben wurden.

(siehe Zusammenfassung aller kommentierten Rückseiten)



Von den ÖPNV-Benutzern sind ca. 88 % Bus-, ca. 4 % Bahn- und 8 % Bus- und Bahnbenutzer. Mehr als drei Viertel fahren auch hier 4 bis 5 mal die Woche zur UNI. Die Rückfahrt der Bus- und Bahnbenutzer erfolgt für ca. 21 % um 14:00 Uhr, für ca. 33 % um 16:00 Uhr und für ca. 12 % um 18:00 Uhr. 32 % benutzen einen Einzelfahrschein, ca. 68 % eine Monatskarte. Auf die Frage nach den Wartezeiten nannten ca. 27 % 10 Minuten, 24 % 15 Minuten, 15 % 20 Minuten und 12 % 30 Minuten. Die Fahrzeit beträgt durchschnittlich mehr als 60 Minuten, schlechte Anschlüsse an die Linie 33, besonders in Siegen Bahnhof und in Weidenau Bahnhof bemängeln 33 der Betroffenen. Im nächsten Fahrplan werden die Abfahrtszeiten der VWS-Busse geändert, um diese Probleme weitgehend zu beheben.


3.6 Einzelne Orte


Alle Ergebnisse sind noch auf die 12 meist genannten Orte: Siegen, Netphen, Kreuztal, Wilnsdorf, Hilchenbach, Freudenberg, Olpe, Neunkirchen, Umgebung Betzdorf, Burbach, Wenden und Mudersbach aufgeschlüsselt. Für die Orte Siegen, Netphen, Kreuztal, Wilnsdorf, Hilchenbach und Freudenberg ist zusätzlich eine Statistik über die Ortsteile erstellt worden.

3.6.1 Burbach


In Burbach wohnen ca. 175 UNI-Angehörige mit einem sehr hohen Anteil von Autofahrern mit 96 %. Ca. 44 % bilden Fahrgemeinschaften, 53 % würden auf den ÖPNV umsteigen. Die Wartezeiten im ÖPNV sind länger als 30 Minuten.

3.6.2 Freudenberg

In Freudenberg wohnen ca. 300 UNI-Angehörige mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 76 %, von denen 28 % Fahrgemeinschaften bilden; 74 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Mehr als 16 % sind Busbenutzer, die Wartezeiten liegen zwischen 10 und 30 Minuten.

3.6.3 Hilchenbach


Ca. 360 UNI-Angehörige wohnen in Hilchenbach mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 88 %, von denen 39 % Fahrgemeinschaften bilden. 75 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Nur ca. 8 % sind ÖPNV-Benutzer. Es gibt Wartezeiten von 5 bis 30 Minuten. Der Anteil der ÖPNV-Benutzer ist unserer Meinung nach so gering, weil in Kreuztal und Weidenau umgestiegen werden muß, und die Fahrzeit mit dem Bus fast eine Stunde beträgt. Der Zug bietet hier auch keine Alternative, denn es werden zwei verschiedene Fahrkarten benötigt. (ca. 25 % Mehrkosten). Die Fahrzeit ist jedoch bedeutend niedriger. Nur eine direkte Busverbindungen von Hilchenbach nach Weidenau über Herzhausen oder von Hilchenbach über Kreuztal-Kredenbach und Unglinghausen nach Weidenau kann den Anteil der ÖPNV-Benutzer steigern.

3.6.4 Kreuztal


In Kreuztal wohnen ca. 100 UNI-Angehörige mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 70 %, von denen 39 % Fahrgemeinschaften bilden. 18 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Mehr als 15 % sind Busbenutzer. Es ergeben sich Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten. Schlechte Anschlüsse sind in Kreuztal und Weidenau. Zugbenutzung siehe Hilchenbach.

3.6.5 Mudersbach


Ca. 140 UNI-Angehörige wohnen in Mudersbach mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 75 %, von denen 33 % Fahrgemeinschaften bilden. 76 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Mehr als 14 sind Busbenutzer, bei Wartezeiten von 10 Minuten.

3.6.6 Netphen


In Netphen wohnen ca. 950 UNI-Angehörige mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 71 %, von denen 39 % Fahrgemeinschaften bilden. 9 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Nur wenig mehr als 10 % sind Busbenutzer. Es gibt Wartezeiten von 10 bis zu 30 Minuten. Schlechte Anschlüsse sind in Weidenau. Der Anteil der ÖPNV-Benutzer ist unserer Meinung sind so gering, weil in Weidenau umgestiegen werden muß und sich so die Fahrzeit um 20 bis 30 Minuten verlängert. Eine direkte Verbindung von Netphen aus würde sowohl Fahrzeit wie Fahrpreis verringern.

3.6.7 Neunkirchen


In Neunkirchen wohnen ca. 170 UNI-Angehörige mit einem hohen Anteil von Autofahrern mit mehr als 75 %, von denen mehr als 47 % Fahrgemeinschaften bilden, 68 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Mehr als 18 % sind Busbenutzer. Es gibt Wartezeiten bis zu 45 Minuten und schlechte Anschlüsse.

3.6.8 Olpe


Ca. 250 UNI-Angehörige wohnen in Olpe. Sehr hoher Anteil von Autofahrern mit mehr als 91 %, von denen mehr als 70 % Fahrgemeinschaften bilden, nur 46 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Nur etwas mehr als 5 % sind Busbenutzer, da die Wartezeiten bis zu 45 Minuten betragen und schlechte Anschlüsse bestehen.

3.6.9 Siegen


In Siegen wohnen ca. 5000 UNI-Angehörige. Verhältnismäßig niedrig ist der Anteil von Autofahrern mit ca. 57 %, von denen mehr als 28 % Fahrgemeinschaften bilden. Mehr als 81 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Mehr als 17 % sind Busbenutzer bei Wartezeiten von 10 bis 60 Minuten und schlechten Anschlüssen.

3.6.10 Wenden


Ca. 190 UNI-Angehörige wohnen in Wenden. Sehr hoher Anteil von Autofahrern mit mehr als 96 %, von denen mehr als 43 % Fahrgemeinschaften bilden, nur 58 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen.

3.6.11 Wilnsdorf


In Wilnsdorf wohnen ca. 470 UNI-Angehörige. Hoher Anteil von Autofahrern mit mehr als 8 %, von denen mehr als 47 % Fahrgemeinschaften bilden, 10 % der Autobenutzer würden auf den ÖPNV umsteigen. Nur ca. 9 % sind Busbenutzer bei Wartezeiten von 10 bis 50 Minuten und schlechten Anschlüssen in Siegen Bahnhof zwischen den Linien 8 und 33.


4. Zusammenfassung und Interpretation

 

4.1 Autobenutzer


Nur ein kleiner Teil der Autofahrer bemängelte die Parkplatzsituation am Haardter Berg. (siehe Zusammenfassung aller kommentierten Rückseiten) Die Zahl der Autofahrer pro Ort steigt mit der Entfernung zur UNI. Die Fahrzeiten der Busse sind bei Entfernungen über 15 km von der UNI nicht mehr annehmbar. Eine Ausnahme sind nur die Zugverbindungen nach Betzdorf, Hamm an der Sieg, Lennestadt und Finnentrop.

4.2 ÖPNV-Benutzer


Die Benutzung des ÖPNV hängt stark vom Angebot ab. Befragte, die an durchgehenden Buslinien wohnen, benutzen häufig den Bus. Jedes zusätzliche Umsteigen senkt die Benutzerzahlen. ÖPNV ist nur mit dem Bus über eine Entfernung von weniger als 10 km sinnvoll, denn nur hier ist der Unterschied zu den Fahrzeiten mit dem Auto nicht allzu groß. Die Bundesbahn wird zwar über größere Entfernung genutzt, hat aber durch den fehlenden Tarifverbund nicht den Zuspruch, den sie erreichen könnte. Als Beispiel sind hier die Orte Hilchenbach oder die Ortsteile Ferndorf und Kredenbach von Kreuztal zu nennen. Von Kredenbach muß ein ÖPNV-Benutzer mit dem Bus in Kreuztal und Weidenau umsteigen. In Kreuztal ist die Abstimmung der Linien 1, 2 und 3 mit dem Bus aus Hilchenbach sehr schlecht, und die Gesamtfahrzeit betragt oft mehr als 1 Stunde. Die Fahrt mit der Bundesbahn ist zwar wesentlich kürzer mit nur einmaligem Umsteigen, aber dafür muß 25 % mehr bezahlt werden. Einige Befragte benutzen die Bundesbahn, aber nicht die Buslinie 33 von der UNI zum Bahnhof Weidenau. Durch den Neubau der Fußgängerunterführung in Weidenau, soll es einen direkten Zugang zum Bahnsteig des Bahnhofs geben, um den Umweg durchs Hauptgebäude zu sparen. Bei einer direkten Verbindung mit annähernd gleichlanger Fahrzeit wie mit dem Auto liegt der Prozentsatz der ÖPNV-Benutzer bei etwa 23 %. Muß einmal umgestiegen werden, reduziert sich der Anteil auf 16 %, und nur noch 8 % nehmen ein zweimaliges Umsteigen auf sich.

4.3 Fahrpreise


Ein weiteres Hemmnis im ÖPNV für Personen, die nicht täglich und regelmäßig zur UNI fahren, sind die teuren Einzelfahrscheine. Die VWS ist eines der wenigen Unternehmen, die ihren Fahrgästen keine Mehrfachfahrkarten (Streifenkarten) anbietet.

4.4 Parkplätze und Parkhaus


Die hohen Prozentzahlen von Autobenutzern, die auf den ÖPNV unter bestimmten Voraussetzungen umsteigen würden, lassen vermuten, daß eine Förderung des ÖPNV durch die Gelder, die traditionellerweise für den Individualverkehr ausgegeben werden, in der Hochschule eine ebenso breite Zustimmung finden wurde. Der Arbeitskreis denkt dabei an eine Subventionierung der Umweltfahrkarte.

4.5 Fahrgemeinschaften


Je größer die Entfernung zur UNI wird, desto größer ist die Zahl von Befragten, die Fahrgemeinschaften bilden. Der Arbeitskreis Verkehr will deshalb mit dem ASTA Fahrgemeinschaften in stärkerem Maße fördern und organisieren.

4.6 Rückfahrzeiten


Die VWS hat für die nächste Fahrplanperiode zugesagt, zusätzliche Busse um 20 Uhr und um 21 Uhr zum Studentenwohnheim in Bürbach über Weidenau Bahnhof einzusetzen. Der Arbeitskreis Verkehr erwartet durch diese Busse eine bessere Nutzung des ÖPNV.

4.7 Anschlüsse


An Hand der Fragebögen muß festgestellt werden, daß die Anschlüsse auch in Weidenau schlecht sind. Auf Drängen des Arbeitskreises wird die VWS die Busabfahrtszeiten um 5 Minuten vorverlegen, um so die Anschlüsse an den neuen Bundesbahnfahrplan 1991/92 und an die Buslinien nach Netphen, Eiserfeld und Kreuztal sicherzustellen. Einige Studenten bemängelten auch die ungünstige Ankunftszeit an der UNI.

4.8 Fahrradfahrer


Ca. 300 Studenten haben auf ihrem Fragebogen angegeben, daß sie im Sommersemester mit dem Fahrrad zu UNI fahren. Für diese Fahrradfahrer sind dringend die notwendigen diebstahlsicheren Fahrradständer aufzustellen.

4.9 Fußgänger


Mehr als 3 % erreichen die UNI als Fußgänger. Für diese Personen ist das Fußwegenetz dringend in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Darunter versteht der Arbeitskreis: Die Fußwege sind im Winter von Schnee zu räumen und zu beleuchten, sowie die Einrichtung eines vernünftigen Zugangs im AVZ von Norden.


5. Kommentare auf den Fragebogenrückseiten

 

5.1 Autofahrer / Parkplatzsituation


Autofahren "um jeden Preis" scheint nur von einem geringen Teil vertreten zu werden: Kommentare wie z.B. Aufhebung aller Anwohnerparkplätze oder Öffnung der Adolf-Reichwein-Straße hielten sich sehr in Grenzen. Nur zweimal wurde die Abschaffung der "Knöllchen" für den Haardter Berg propagiert. Die allgemeine Forderung nach mehr Parkplätzen (55 mal) wurde in sieben Fällen ergänzt durch die Bitte um Verbesserung der Parkplätze, z.B. durch bessere Kennzeichnung. Erfreulich für den Arbeitskreis ist, daß sein Wunsch nach einem Park-and-Ride-System und einer verbesserten Organisation von Fahrgemeinschaften auf immerhin fast 80 bzw. 30 Bögen unterstützt wird. Einige Stimmen schlossen sich sogar unserem Wunsch nach einer Parkplatzbewirtschaftung an, teils in Verbindung mit einer daraus finanzierten Subventionierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Ein Anliegen, das nicht direkt mit der Parkplatzsituation in Verbindung steht, ist die mehrfach geforderte Verbesserung der Ampelschaltungen auf dem Haardter Berg.

5.2 Bus

 

Die wohl häufigste Forderung in bezug auf die Linien 33 und 41 betrifft eine noch genauere Anpassung der Fahrzeiten an die Vorlesungszeiten (44 mal). 11 Fahrgäste der Linie 41 finden deren Schleife über Weidenau Bahnhof überflüssig. Einige Male werden auch günstiger gelegene Haltestellen auf dem Haardter Berg gewünscht. Einige Busbenutzer fordern eine separate Abwicklung des Transports der Schüler zur Haardter-Berg-Schule wegen ihres Verhaltens im Bus. Nachdem die VWS endlich eine Direktverbindung von Siegen Bahnhof zum Haardter Berg eingerichtet hat (die immer noch mindestens 15 Leuten unbekannt ist), muß man klarstellen, daß dies nicht die einzige Verbesserung bleiben kann: Besonders die Betroffenen aus dem Netpherland (33) wünschen sich zumindest einige Male täglich eine Direktverbindung über die neue B62 zur Uni, und auch aus Geisweid erheben sich (16) Stimmen für einen Bus über die Glückaufstraße auf den Bildungshügel. Einigen (17) Benutzern der Direktverbindung nach Siegen dauert die Fahrt zwischen Weidenau Bahnhof und Siegen Bahnhof zu lang, deshalb fordern sie entweder weniger Halte oder eine Linienführung über die Hüttentalstraße. Einige möchten den direkten Bus nach Geisweid weiter über Büschergrund bis Freudenberg bzw. den Dreis-Tiefenbacher Bus weiter bis Hilchenbach fahren lassen. Andere fordern schnellere Verbindungen ins Umland, besonders in den Raum Olpe und Wittgenstein: Allein dreimal wurden mehr Fahrten der Autobahn-Linie 4 nach Olpe gefordert.
Ein nicht zu unterschätzender Schwachpunkt des Siegerländer ÖPNV sind die an vielen Stellen schlecht koordinierten Anschlüsse. Mit der Vorverlegung der Fahrten der Linien 33 und 41 wird der Anschluß nach Eiserfeld und zu den Zügen nach Altenhundem verbessert. Probleme bleiben aber besonders bei Fahrten ins Umland: Busse, die die VWS besonders auf Schülerbeförderung ausrichtet (besonders in die Dörfer des Netpherlandes), sind für die Uni ungünstig. Der Zug nach Betzdorf oder die Busse nach Olpe, Freudenberg, Herdorf, Rinsdorf, Flammersbach, zum Giersberg oder in die Winchenbach werden nicht erreicht. Besonders ungünstig sind die Anschlüsse (oder das Angebot allgemein) in Geisweid: Sowohl die Geisweider Wohngebiete als auch die Richtungen Setzen, Sohlbach - Buchen und Birlenbach - Oberholzklau - Hünsborn sind von der UNI aus wohl nur mit großer Mühe mit dem Bus zu erreichen. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es in Kreuztal Richtung Hilchenbach und Erlersiedlung, in Neunkirchen Richtung Herdorf und in Deuz Richtung Walpersdorf - Biedenkopf.
Wer sich nicht auf immer wiederkehrende Zeiten festlegen kann, wie z.B. Schüler, und flexibel sein will, braucht häufigere Busverbindungen als sie für die meisten Orte im Umland angeboten werden. Auch abends und am Wochenende ist das Angebot zu gering. Schnellere Verbindungen fordern besonders die Autofahrer, aber auch Busbenutzer, die nur über Umwege ihr Ziel erreichen (z.B. Wilden über Rödgen, nicht über Eiserfeld - Eisern).
Mehr Fahrten von Weidenau zur UNI fordern sehr viele, wobei die Vorstellungen von einem 5-Minuten-Takt mit Pünktlichkeitsgarantie über einen Viertelstundentakt, teils mit Kleinbussen, bis zu einigen weiteren Fahrten (besonders um 21 Uhr) reichen. Auch die Direktverbindung nach Siegen soll nach dem Willen der Befragten häufiger fahren, besonders morgens (7:25 - 7:40 Uhr ab Siegen) und nach 17 Uhr, allgemein fordern einige einen 15 - 30-Minuten-Takt.
Für Siegen werden häufigere Fahrten besonders in Stadtrandgebiete wie Feuersbach, Achenbach, Gosenbach, Oberschelden, aber auch in die Hermelsbach und auf den Giersberg und Fischbacherberg gefordert. Auch nachts sollten auf den Hauptlinien, zumindest aber zwischen Siegen und Geisweid Busse verkehren, außerdem das Abendangebot erweitert werden. Die Probleme im Netpherland und im Raum Geisweid / Kreuztal zeigten sich bereits im Zusammenhang mit den schlechten Anschlüssen. Ein weiteres Hindernis für Autofahrer, auf den ÖPNV umzusteigen, sind dessen hohe Tarife. Nachdem sich einige Verkehrsträger (z.B. der VRR) Gedanken gemacht haben, wie man diese Hemmschwelle abbauen kann, vermißt man solche Gedanken in der <<Provinz voll Leben>>: Auch das Umweltticket, das nur in Siegen gültig sein wird, wird die Situation nicht nennenswert verbessern. So fordern die meisten Autofahrer Fahrpreise, die mit ihren Benzinkosten mithalten können. Einige Betroffene aus dem Netpherland oder aus Rinsdorf wünschen sich ebenfalls das Umwelt
Ticket, das außerdem die Benutzung der DB enthält und trotzdem günstiger ist als die bisherigen Angebote. Andere wollen die Situation vereinfachen und schlugen der VWS vor, Seniorenkarten auch an Studenten zu verkaufen. Viele forderten nicht streckengebundene oder übertragbare Fahrausweise und Mehrfahrtenkarten mit Entwertersystem.

5.3 Bahn


Gerade die Bahnkunden vermissen einen Verkehrsverbund oder zumindest eine gegenseitige Anerkennung von Fahrausweisen bei VWS und DB, weil sie durch die gültigen Regelungen gegenüber den Nur-Bus-Benutzern stark benachteiligt werden. Ihre Mindestforderung ist daher, daß ihr DB-Fahrausweis auf der Linie 33 anerkannt wird, bei schlechtem Zuganschluß auch bis Siegen. Auf einigen Bögen wurde die Siegener Kreisbahn dazu aufgefordert, auf der Strecke Weidenau - Netphen - Deuz den Personenverkehr zu reaktivieren. Das Umsteigen scheint auch bei der Bahn sehr lästig zu sein, weil besonders in Siegen die Anschlüsse in Richtung Köln und Dillenburg sehr schlecht sind. Aber hier gibt es kaum Hoffnung, weil zum nächsten Fahrplanwechsel die Anschlüsse besonders von und nach Köln noch schlechter werden.

5.4 Radfahrer


Hier konzentriert sich die Kritik auf das Fehlen von Radwegen im ganzen Stadtgebiet und geeigneten Ab- und Unterstellmöglichkeiten besonders auf dem UNI-Gelände und am Fuß des Haardter Bergs unter der B 62n. Die bestehenden Radwege sind meist unbeleuchtet und mit Scherben übersät, der Zustand der Straßen wegen schlechter Fahrbahn und Baustellen für Radfahrer unzumutbar. Einige, die sich trotz alledem noch mit dem Fahrrad Richtung Uni auf den Weg machen, wünschen sich eine Transportmöglichkeit bergauf für sich und ihr Fahrrad im Bus.

5.5 Fußgänger


Für diese Gruppe scheint die Stadt Siegen besonders wenig übrig zu haben: Die bestehenden Wege sind nicht durchgehend beleuchtet und werden im Winter nicht geräumt. Außerdem fehlen zumutbare Wege nach Geisweid und Dreis-Tiefenbach. Die Konkurrenz mit dem Auto spüren Fußgänger besonders unangenehm, wenn die Gehsteige zugeparkt sind und die Autofahrer nicht auf Zebrastreifen achten.

5.6 Sonstiges


Die Mehrheit derer, die auf der Rückseite der Fragebögen vermerkten, sie seien mit der jetzigen Situation zufrieden, sind anspruchslose Radfahrer, Fußgänger oder direkte Nachbarn der Uni. Einige ihrer Zeitgenossen sind nicht ganz so zufrieden, können ihren Unmut aber nicht anders artikulieren als in der Forderung, entweder den Haardter Berg abzutragen, einen Lift oder eine Rolltreppe zu installieren (je 6 mal) oder das Wetter zu verbessern (2 mal).


6. Omnibus-Verbindungen zur Hochschule


Die Unzulänglichkeiten im Omnibusverkehr zur Hochschule waren eine Antriebskraft für die Gründung unseres Arbeitskreises und insofern positiv. Wer vorher schon als Einzelkämpfer gewirkt hatte, erhoffte sich vom Gewicht des AKs ein erfolgreicheres Verhandeln mit den VWS. Zwar sind trotzdem die Verhandlungsergebnisse weit hinter den offensichtlichen Notwendigkeiten der Hochschule zurückgeblieben; doch haben wir gleichzeitig auch mehr Einsehen in die Schwierigkeiten bekommen, welche die VWS in ihrer Beweglichkeit behindern. Abgesandte der VWS haben immerhin dreimal unsere AK-Sitzungen besucht.

Folgende feste Zusagen von den VWS haben wir erhalten

  • Ab dem neuen Fahrplan am 2.6.1991 wird um ca. 21 Uhr eine weitere Busfahrt die Lücke zwischen 20 Uhr und 22.20 schließen. Dieser Bus und der um 20 Uhr werden Anschluß nach Bürbach zum Studentenwohnheim erhalten.

  • Die Fahrten der Linie 33, evtl. auch der Linie 41 zur Hochschule werden ab dem gleichen Tag um 5 Min. vorverlegt, damit die Studenten ihre Veranstaltungen besser erreichen.

  • Die Uni-Logos prangen seit einiger Zeit an den meisten direkt zur Hochschule führenden Haltestellen.

  • Wir werden rechtzeitig reproduzierfähige Unterlagen zum neuen Fahrplan erhalten, um sie an 4 neu zu errichtenden Informationstafeln für einen "persönlichen Fahrplan" verteilen zu können.

Mit einiger Spannung erwarten wir den Ausgang der zugesagten Bemühungen der VWS.

  • eine Verdichtung des Hochschul-Busverkehrs am Nachmittag

  • Busanschlüsse an den zum 2.6.1991 neuen Taktverkehr der Bundesbahn, eine Direktverbindung Netphen - Hochschule. Da wir die Umleitung einer der drei Linien aus Netphen über den Haardter Berg aus der Sicht der Hochschule für eminent wichtig, aus der Sicht der VWS für ziemlich kosten- und zeitneutral hielten, gingen wir dieses Projekt mit besonderem Schwung an. Als begleitende Maßnahmen haben wir schon bisher Busverbindungen ausgetüftelt und verteilt. Das Dezernat 5 wird uns mit Werbemaßnahmen für die VWS weiterhin unterstützen.

Kleinere Erfolge noch am Rande

  • Das Rektorat hat zugesagt, auf die Hochschulbriefbögen den Hinweis auf die D-Zug-Station Weidenau aufzudrucken.

  • Im Bistro wird ein Tisch als Treffpunkt für Fahrgemeinschaften gekennzeichnet

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